Im Innern der Erde schlummert ein ganz besonderer Schatz: Kalisalz. Der Mineraldünger ist ein Exportschlager Deutschlands, doch er macht auch Probleme. Die Überreste der Düngerproduktion verseuchen nachhaltig Böden und Flüsse. Hinzu kommt, dass der Rohstoff irgendwann aufgebraucht ist. Was passiert dann mit der Nahrungsmittelproduktion?
Den "Monte Kali" kann man nicht übersehen. Über 200 Meter hoch sind die künstlich aufgeschütteten, fast 150 Millionen Tonnen Abfall-Salz. Tief unter der Erde liegt mit mehr als 1000 Quadratkilometern Fläche Deutschlands größte zusammenhängende Kali-Lagerstätte.
Der Abbau von Kalisatz ist ein Hightech-Unternehmen. Circa 70.000 Tonnen Salz werden in dem Bergwerk pro Tag abgesprengt. Mit gigantischen Maschinen wird die weiße Fracht ans Tageslicht befördert, darunter auch das unbrauchbare Steinsalz, das den Monte Kali im romantischen Werratal jeden Tag um 20.000 Tonnen anwachsen lässt. In den nächsten drei Jahrzehnten wird er daher seine Größe verdoppeln.
Doch zunehmend zeigt sich, dass der extreme Salzabbau schwerwiegende Folgen für die Natur haben kann. Besonders die Region entlang der Werra kämpft mit den Auswirkungen. Die Werra ist durch das Einleiten salzhaltiger Abwässer der am stärksten mit Salz belastete Fluss Deutschlands. Zusätzlich gelangt die aggressive Salzlauge aus der Düngerproduktion auch ins Trinkwasser. Das Umweltproblem für die Region ist enorm.
Der Schweizer Wissenschaftler Hans Rudolf Herren weiß um die Endlichkeit der Rohstoffe und die Nahrungsmittelknappheit. Deshalb startete er in Kenia ein Projekt, das Nahrungsmittel ohne künstlichen Dünger herstellt. Die Methode heißt "Push-Pull" und ersetzt mit biologischen Methoden Kunstdünger und Insektengifte. Unterstützung für dieses Projekt erhält Herren von Sarah Auyango Obama, der Großmutter von US-Präsident Barack Obama, die in einem winzigen Dorf in Kenia lebt. Sie ist eine der bekanntesten Vertreterinnen der neuen Feldanbaumethode.
Die Sendung "Salz - Segen und Fluch des weißen Goldes" sehen Sie am 17. Februar 2010 um 22.15 Uhr.