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10. Februar 2012
 

Abenteuer Wissen

 
Wasserstelle in Afrika bei Sonnenuntergang: En Mädchen trinkt Wasser. Quelle: ZDF
Viele Kinder legen frühmorgens lange Wege zur Wasserstelle zurück.

Abenteuer Wissen

Bis auf den letzten Tropfen

Die Wasserverteilung und die Wasserkrise

Juni 2008. Barcelona ist eine der ersten europäischen Städte, die ihre Trinkwasserversorgung nicht mehr allein aufrecht erhalten können. Kostbares Süßwasser wird mit einem Tankschiff von Frankreich nach Spanien transportiert. Barcelona ist eine von Dutzenden Städten weltweit. Jeder Kontinent ist heute von einer Wasserkrise bedroht, die in den vergangenen Jahren ein erschreckendes Ausmaß angenommen hat.

 
 
 
 

Der Kampf um die Zuteilung von Wasser könnte Kriege und Bürgerkriege. Die Wüsten breiten sich aus. 1, 2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. 6000 Kinder erkranken oder sterben täglich, weil sie verschmutztes und verseuchtes Wasser trinken.

Wolkenhimmel. Quelle: ZDF
ZDF
Ewiger Zyklus: Verdunstung, Wolken und Regen

Der blaue Planet

Auf den ersten Blick scheinen sich die Zahlen nahtlos einzureihen in die unzähligen Botschaften über ausgeschöpfte Ressourcen. Doch auf den zweiten Blick birgt diese Krise ein Rätsel: Wasser kann man anders als Öl, Gas oder Erze nicht verbrauchen. Jeder Tropfen, ob salzig oder süß, ob er Pflanzen wachsen lässt, Durst stillt oder einfach dem Vergnügen dient - jeder Tropfen ist eingebunden in den ewigen Zyklus aus Verdunstung, Wolkenbildung und Niederschlag.

 

Eine verblüffende Erkenntnis: Seit dem Bestehen unserer Ozeane hat sich die Wassermenge auf unserem Planeten nicht verändert. Warum kann Wasser dann trotzdem knapp werden? Ist nur die Verteilung das Problem? Und was können wir tun? Abenteuer Wissen skizziert das gigantische Ausmaß der weltweiten Wasserkrise.

 

Wasserverschwender Nr. 1

Ein Rückblick in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts erklärt die Ursachen, während hochkarätige Wissenschaftler mit High-Tech die weitreichenden Konsequenzen deutlich machen und zugleich Lösungen aufzeigen. Es wird klar, dass wir um das lästige Wassersparen in Zukunft nicht herumkommen. Aber bitte nicht in Deutschland in Küche und Bad! Das löst weltweit keine Probleme. Anders als viele glauben, sind Vollbäder und tropfende Wasserhähne nicht der Grund für den bedrohlichen Wassermangel.

 
Mähdrescher ernten Getreide. Quelle: ap
ap
Bauern bei der Ernte von Getreide.

Hauptwasserverschwender der Welt ist die Landwirtschaft, auf deren Konto rund 70 bis 80 Prozent des globalen Süßwasserverbrauchs gehen. Wie man das in Zukunft ändern könnte, zeigt ein Projekt, dass die renommierte Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) mit Konzernen wie IKEA, GAP, H&M und Adidas angestoßen hat. Hier geht es nicht um eine neue kleine Ökonische, sondern um nichts weniger als eine Marktrevolution. Ob Baumwolle in Indien oder Erdbeeren aus Andalusien, mittlerweile haben Hydrologen gemeinsam mit Agraringenieuren Wege gefunden, gleiche Erträge mit deutlich weniger Wassereinsatz zu erzielen.

Water Management

Doch selbst wenn man wenig Wasser nutzt, bleibt oft die Frage: Woher nehmen? Die meisten Staaten wissen tatsächlich nicht genau, über welche Wasserquellen sie verfügen, wo sie liegen und wie man sie am besten nutzt. Diese Unkenntnis hat dramatische Folgen. Das Integrated Water Management ist eine neue Wissenschaft, die das ändern will - und sich gerade weltweit etabliert.

Abenteuer Wissen unterwegs in Afrika, Australien und Indien mit Wissenschaftlern und Bauern. Sie berichten von ihren Bemühungen, von ihren Erfolgen und Fehlschlägen. Dabei bringen sie uns alle eine Angst näher, die es Deutschland nicht gibt, aber Milliarden Menschen weltweit Alpträume beschert: Die Angst, dass dem nächstgelegenen Brunnen das Wasser ausgeht. Verbunden mit dem absoluten Willen, das zu verhindern. Koste es, was es wolle.

 
 
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